Jo Brenneis

Ohne Titel

120.000,00 

 

Öl auf Papier
datiert: um 1959
Maße: 65 x 97 cm
vom Künstler signiert
Provenienz: aus Künstleratelier
Code: 101428
Preis differenzbesteuert nach § 25 a UStG

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Beschreibung

Jo Brenneis – Magier des Kolorits

Jo Brenneis wurde am 19. Februar 1910 in Aschaffenburg geboren. Schon früh, in der dritten Klasse verspürt der Junge den Wunsch Maler zu werden und nimmt Malunterricht bei der Malerin Marie von Fragestein. Sein Studium nimmt er an der Werk- und Kunstschule in Offenbach auf. Er studiert in den künstlerischen Klassen von Professor Doll, Maier, Kuders und Wolf.

Seit 1931 arbeitet Jo Brenneis als freischaffender Künstler. Der Impressionismus und der Expressionismus  prägte ihn in dieser Zeit. Er malte in kräftigen, südlichen Farben und unternimmt ab 1933 zahlreiche Studienreisen ins benachbarte Ausland. In der Schweiz lernt er Paul Klee kennen, dessen Arbeiten ihn sehr beeindrucken. Ab dieser Zeit setzt er sich mit der Abstraktion auseinander. Die Kriegsjahre 1938-1945 verbringt er als Zeichner bei der Firma MAN in Mainz-Gustavsburg. 

Nach Kriegsende nimmt er seine Tätigkeit als freischaffender Künstler wieder auf, zahlreiche Studienreisen und Auslandsaufenthalten in der Schweiz, Holland, Italien, Ischia, Südfrankreich, Spanien/Mallorca und Amerika folgen. In dieser Zeit pflegt er Freundschaften zu Künstlerkollegen, u.a. Pablo Picasso, Paul Klee, Eduard Bargheer, Werner Gilles, Feri Varga, Heinz Trökes und Hermann Schmidt-Schmied. Die Kritik würdigte ihn bereits bei seine ersten Ausstellungen 1949 als „Magier des Kolorits“. 1952 stellt der Künstler als Mitbegründer der „roten Reiter“ in Traunstein aus.

1953 unternahm Jo Brenneis wieder eine Reise nach Spanien/Mallorca wo er auf den Künstler Juan Miro stieß und einige Tage bei ihm verbrachte. 1954 reist Brenneis mit seinem Freund Feri Varga nach Cagnes sur Mer/Südfrankreich. Durch Varga lernt er Pablo Picasso kennen. Eine Begegnung, die ihn tief beeindruckt. Er setzt die neuen Eindrücke und Einflüsse direkt auf der Leinwand um. Es entstehen  kubistische Arbeiten, Brenneis verweilt 6 Monate in Südfrankreich und schafft zahlreiche Bilder, tief bewegt in direkter Nähe Picassos. Nach seiner Rückkehr stellte der Künstler seine Arbeiten mit großem Erfolg im Badischen Kunstverein aus.

1956 folgte ein erster Amerika-Aufenthalt mit Stationen in New York und Boston; dort setzte er sich mit Werken von Pollock auseinander. Er bearbeitete nun seine Bilder mit Rasierklingen, die oft auf der Rückseite der Bilder sich befinden. Eine ganz neue Technik, die seine Bilder einzigartig leuchten lassen.

1958 gründet er den „Arbeitskreis bildender Künstler Rhein-Main“ und die „Vereinigung bildender Künstler Rhein Main“ und präsentiert mit diesen im Palazzo del Parco in Bordighera seine Werke. 

In den Folgejahren stellt der Künstler in verschiedenen Ausstellungen in Frankreich aus. In Dijon, im Salon international de la grande des art, sowie in Paris. Besonders in Paris stoßen seine Werke und sein ungewöhnlich neuer Stil mit „geritzten“ Bilder auf großen Anklang. Im „Salon de Realités“werden seine Werke gezeigt, Brenneis hat den Durchbruch geschafft.

Zahlreiche Ausstellungen folgen, in München, Frankfurt, Genua und zahlreichen weiteren Städten. Dann stellte Jo Brenneis erstmals in den USA aus, New York, Florida und schließlich Santiago de Chile sind die Stationen dieser Präsentation.

Wieder zurück in Deutschland findet 1964 wohl seine wichtigste Ausstellung in Mainz statt. Seine Gemälde werden zusammen mit Werken von Georges Braque, Marc Chagall, Otto Dix, Hap Grieshaber Erich Heckel, Pablo Picasso Heinz Trökes und weiteren Künstlern ausgestellt.

Bis zu seiner letzten Ausstellung 1969 blieb er seiner künstlerischen Auffassung treu. Seine von Farbigkeit durchdrungenen und in reifer, gestalterischer Kraft gesetzten Bilder sind Ausdruck eines Lebenswerks, das mit großer Freude wie auch Disziplin geschaffen wurde. 1970 erkrankt Jo Brenneis schwer und ist gezwungen, viel zu früh, seine Arbeit als Künstler einzustellen. Er verstirbt 1994 in Hochheim bei Frankfurt.